Pantheon Basel

Pantheon Basel
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Pantheon Museum
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Sa-So 10-16:30
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Lancia - technisch hochentwickelt

Als im September 1907 der erste LANCIA, ein Tipo 12HP die Werkstätte an der Via Ormea in Turin verlässt, denkt Vincenzo Lancia wohl kaum daran, dass er in den nächsten Jahrzehnten gleich mehrmals Automobilgeschichte schreiben wird. Aus wohlhabendem Haus stammend, hat er bisher für F.I.A.T. als Testfahrer gearbeitet, später auch Rennen für Fiat gefahren. Doch Vincenzo ist besessen von der Idee, das beste Auto selber zu bauen. Zusammen mit Claudio Fogolin gründet er daher die Lancia & C. Fabbrica Automobili in Torino.
Der erhoffte Erfolg stellt sich schon bald ein. Spätestens mit dem Erscheinen des Lambda im Jahre 1921 wird die Firma mit Bestellungen überhäuft. Kein Wunder: Der Lambda weist als erstes Automobil überhaupt eine selbsttragende Karosserie auf, dazu eine unabhängige vordere Radaufhängung mit Schraubenfedern sowie einen 4-Zylinder-V-Motor mit engem Winkel von nur 13 Grad. Die überaus leichte Bauweise ermöglicht eine sehr sportliche und sichere Fahrweise. Der Wagen gilt heute noch als echter Meilenstein im Automobilbau.
In den nachfolgenden Jahren etabliert sich die Marke vor allem im Segment der leistungsfähigen, komfortablen und prestigeträchtigen Reiselimousinen. Dazu gehören insbesondere die Baureihen Dilambda und Astura mit ihren 8-Zylinder Motoren.
Noch vor Ausbruch des 2.Weltkrieges entwickeln die genialen Lancia-Ingenieure rund um ihren Chef Vincenzo Lancia ein weiteres, revolutionäres Auto, die Aprilia. Ihre Leicht-füssigkeit und die aussergewöhnlich gute Strassenlage machen dieses Modell berühmt und begehrt, sei es im harten Renneinsatz wie auch bei der Polizei. Leider wird die Aprilia zu Vincenzo Lancias Vermächtnis. Viel zu früh verstirbt er im Alter von 56 Jahren im Februar 1937.
Das nächste Meisterstück in der langen Firmengeschichte darf Vincenzo selber leider nicht mehr erleben: Die Aurelia. Technisch hochentwickelt, stellt dieses 1950 präsentierte Modell die logische Weiterführung der bisherigen Firmenphilosophie dar. So weist die Aurelia als weltweit erstes Automobil einen V6-Motor mit 60 Grad Winkel auf, vorerst mit 1754 cm3, später dann bis auf 2451 cm3 aufgebohrt. Transaxle-Bauweise mit innenliegenden Trommelbremsen hinten und rundum Einzelradaufhängung sind Attribute, die bisher reinrassigen Rennwagen vorbehalten blieben. Der innovativen Berlina folgen bald das attraktive, einzigartige Coupé B20 und der offene Convertibile bzw. der Spideramerica B24. Letzterer zählt inzwischen zu den begehrtesten Lancia-Modellen überhaupt. Parallel zur Aurelia verkauft sich die kleinere, erschwinglichere Appia bestens.
Mit ähnlicher Technik, ebenfalls mit 6-Zylinder Motor und Transaxle-Bauweise, wird 1957 die Flaminia-Baureihe präsentiert. Eine herrschaftliche Limousine mit einer Fülle weiterer Modellvarianten von den bedeutendsten Carossiers ihrer Zeit sind im Angebot. Doch die verkauften Stückzahlen halten sich leider in Grenzen, die Preise für die hochklassigen Lancias bewegen sich am oberen Ende der Preisskala.
Erst die Baureihen Flavia und Fulvia bescheren dem Hause Lancia wieder grössere Verkaufszahlen. Mit unterschiedlicher Technik, Flavia mit Boxermotor bzw. Fulvia mit kleinem und engem V4-Motor, aber beide mit einem hohen Qualitätsanspruch gebaut, sorgen diese populären Modelle für ein grosses internationales Interesse. Für das hervorragende Image tragen in hohem Mass auch die Sparterfolge der Fulvia 1600 HF bei, im Rally-Sport später fortgesetzt vom Stratos, dem Rally 037 und dem Delta HF Integrale.
Im Jahre 1969, 63 Jahre nach der Firmengründung, schliesst sich der Kreis Lancia-Fiat zum Bedauern der Lancisti wieder. Der Turiner Autokonzern Fiat übernimmt die Marke Lancia zum symbolischen Preis von 1 Lira. Technisch aufwändige, teure Lösungen, gepaart mit hohem Qualitätsbewusstsein und zu grosser Modellvielfalt treiben die Firma Lancia & C. in den finanziellen Ruin. Einige eingefleischte «Hardliner» sehen in der Übernahme durch Fiat vorerst das Ende der «echten» Lancia-Fahrzeuge. Ich meine, dass diese Aussage nur sehr beschränkt stimmt und inzwischen höchstens noch historischen Wert hat.
Die nachfolgenden Baureihen Beta / Gamma bedienen sich zwar in vielen Bereichen aus dem vorhandenen Fiat-Regal, doch Qualität und Ausstrahlung dieser Modelle bleiben ganz und gar Lancia. Als Beispiel sei die grosse Modellvielfalt der Beta-Palette mit Berlina, Coupe, HPE, Spider und Montecarlo erwähnt. Welcher andere Hersteller hat eine ähnliche Auswahl zu bieten? Auch die Erfolgsbaureihen Thema / Delta / Prisma haben noch heute grosse Fangemeinden, und die «Spezialitäten» wie Thema 8.32 mit V8-Ferrari-Motor und vor allem die Allrad angetriebenen Delta Integrale HF mit ihren zahllosen Sporterfolgen geniessen einen beinahe mystischen Ruf.
Zwischenzeitlich sind die Verkaufszahlen ausserhalb Italiens jedoch eingebrochen. Da vermag auch die neue Oberklasse Limousine Thesis das Blatt nicht zu wenden; nach ca. 18‘500 produzierten Exemplaren wird die Fertigung dieses wunderbaren, «echten» Lancias im Frühjahr 2009 eingestellt. Ein anderes imageträchtiges Projekt, das bezaubernde Coupé «Nuova Fulvia», wird zum Bedauern nicht nur der Lancia-Gemeinde leider wieder verworfen.
Aktuell ist die Marke Lancia mit der modernen Modellpalette Delta, Ypsilon, Musa und Phedra am Markt gut aufgestellt, die Verkaufszahlen zeigen steil nach oben. Nach über 100 Jahren LANCIA sind wir stolz über die lebendige Existenz «unserer» Traditionsmarke und wünschen uns für ein weiteres Jahrhundert: VIVA LANCIA !
Freuen Sie sich, liebe Besucherinnen und Besucher des Pantheon, über den einzigartigen Querschnitt durch die lange und bewegte Geschichte einer der prestigeträchtigsten und ältesten Marken der Automobilgeschichte.
Stephan Musfeld und seinem Pantheon Basel danken wir herzlich für die Möglichkeit, unsere schönen und wertvollen automobilen Exponate einer breiten Öffentlichkeit präsentieren zu dürfen. Ein besonderer Dank geht an die Lancia-Besitzer (mehrheitlich Mitglieder des Lancia Club Suisse), die ihre gepflegten Autos spontan und mit grosser Selbstverständlichkeit zur Verfügung gestellt haben.
Heini Rutz, Vorstandsmitglied Lancia Club Suisse, Rolf Egli, Präsident Lancia Club Suisse